Deuten der Zeichen der Zeit
 

Einige Punkte (nur beispielhaft) die Zeichen der Zeit betreffend:

Davon ausgehend, dass nach biblischem Verständnis, Gottes Wille das Wohl (Heil) der Menschen ist, und zwar aller Menschen – und hier wieder das Wohl des ganzen Menschen, nicht bloß sein „Seelenheil“, müssen wir feststellen, dass nur ein geringer Teil der Menschen sich wohl befindet. Bemessen kann man dieses Wohlgefühl an verschiedenen Faktoren, nicht nur am Einkommen, wenngleich an einem ausreichenden Einkommen auch die anderen Faktoren hängen, wie z. B. die Gesundheit. Gesundheit aber ist ein umfassender Begriff, der nicht nur physische Komponenten hat, sondern den Gesamtmenschen meint, seine sozialen Beziehungen, dass er das Gefühl hat anerkannt zu sein, dass er am gesellschaftlichen und politischen Leben teilhaben kann.

Nun können wir als Zeichen der Zeit feststellen, dass sich die Einkommensunterschiede in den reichen Industrieländern immer mehr zu Gunsten der Reichen verschieben, auch in Österreich. Der Kampf vieler Lohn- und Gehaltsempfänger, besonders Alleinerzieherinnen, aber auch Mindestrentner, nicht unter die Räder zu kommen wird immer größer.
Auf der anderen Seite wird die Gier nach mehr Geld und materiellem Reichtum der ohnehin Begüterten immer größer, der Logik eines hemmungslosen Kapitalismus folgend.

Das Streben nach finanzieller Sicherheit ist vom religiösen Standpunkt aus nicht zu verdammen; wenn aber das Geld nicht mehr als Mittel zum Zweck gesehen wird, sondern zum Selbstzweck wird, verliert der Mensch seine Souveränität über sich selbst und macht sich zum Sklaven des Götzen Geld. Das Argument gegen jede Form von Religiosität war ja: „Um der Freiheit des Menschen willen darf es keinen Gott geben“. So hat der moderne Mensch sich zwar von einem falschen Gottesdienst befreit, stellt sich aber in den Dienst des Götzen Kapital, von dem er sich sein Heil erwartet.

 

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